Die ursprüngliche Überschrift sollte lauten: Stärkenorientierung oder Defizitorientierung? Da haben wir es. Meine Software kennt das Wort Stärkenorientierung gar nicht. Es meldet einen Rechtschreibfehler. Defizitorientierung hingegen nimmt es problemlos an. Also, die Software. Und wir alle wohl auch. Denn wir denken in Defiziten. Das ist fatal und muss aus meiner Sicht geändert werden.
Was ist eine Stärke? Marcus Buckingham bringt es in seinem Buch Entdecken Sie Ihre Stärken auf die einfache Formel: Talent x investierte Zeit = Stärke.
Ein Talent ist die Kapazität, eine bestimmte Fähigkeit gleichbleibend fast perfekt auszuüben. Trainiert man diese Fähigkeit, indem man Zeit in sie investiert, so kann aus einem Talent eine Stärke werden.
Die dahinter liegende Frage lautet: „Haben Sie an Ihrem Arbeitsplatz die Gelegenheit, das, was sie am besten können, jeden Tag zu tun?“
Jetzt höre ich schon die ersten Stimmen, dass es ja nicht sein könne, jeden Tag nur das zu tun, was einem Spaß mache! Hm, da wurde die Frage wohl nicht ganz verstanden. Aber mal ehrlich: Wie viel Defizitorientierung, wie viel Investment in das, was einem schwer fällt, rechtfertigt das Ergebnis? Eine Performance, die so lala ist?
Gerade wir in Deutschland wollen häufig an unseren Schwächen arbeiten. Und bei Feedback wollen wir „konstruktive Kritik“ üben. Man könnte dies doch auch umdrehen. Wir arbeiten und vergrößern unsere Stärken – wir nehmen das in unseren Fokus, was uns Energie gibt und nach vorne bringt.
Wie würde eine Organisation aussehen, in der Menschen nach ihren Talenten und Stärken eingesetzt würden? In welcher Mitarbeiter Workshops besuchen, die ihre Stärken vergrößern? In der Personaler zu „Detektiven“ von Talenten werden? Buckingham nennt dies „The Revolution at work!“ Ok. Das ist für unsere deutschen Ohren vielleicht ein wenig zu platt. Dennoch scheint mir dieser Ansatz wesentlich erfreulicher und förderlicher für eine nachhaltige Organisations- und Personalentwicklung zu sein als die beliebte Defizitorientierung.
Und wie sieht’s mit Euren Stärken aus? Buckingham hat mit seinen Kollegen an einem weiteren Buch gearbeitet, mit Hilfe dessen der Leser die Möglichkeit hat, im Internet sein eigenes Stärkenprofil ausfüllen. Anhand von Fragen werden die 5 Top Stärken ermittelt. Weiterhin erhält der Leser Tipps und Anregungen zu Entwicklung und zum Einsatz seiner Stärken. Natürlich wird auch jede Stärke beschrieben. Am Ende des Buches findet sich noch ein Kapitel zur Umsetzung in einer ganzen Organisation.
Sehr gerne verwende ich dieses Tool, wenn es darum geht, die Talente, Passionen und Stärken von Menschen ans Tageslicht zu befördern. Es wäre schön, wenn dieser Ansatz vermehrt Verbreitung finden würde. So wie hier zum Beispiel.
Am besten gleich bestellen:
Marcus Buckingham, Entdecken sie ihre Stärken, jetzt!
marcussplitt