Einträge mit dem Tag ‘Enterprise 2.0’

Kreativlabor für die Arbeitswelt von morgen } 24.10.09

Wieder ein positiver Ansatz für die Arbeitswelt von morgen. In der Berliner Malzfabrik findet gerade das Projekt Palomar5 statt. 30 junge Menschen aus 13 Ländern arbeiten sechs Wochen lang vom 9.10. bis zum 24.11.2009 an ihren Ideen zur Arbeits- und Lebensweise der digitalen Generation.

Hier erste Eindrücke zur ersten Woche, in der die Teilnehmer offenbar vor allem Input bekommen haben. Hoffentlich ändert sich die Gewichtung. Denn schließlich geht es um das Wissen und die Ideen der Teilnehmer…

Übrigens: Das Camp hat einen Sponsor. Es handelt sich um die Telekom, die unterwegs ist zur “Neuen Telekom”. Sie stellt vier Themen in den Fokus ihres Wandels: Verändern - Verbinden - Verstehen - Vertrauen. Große Worte. Man darf gespannt sein.

via: hawe

Maren Hessler

Revue für postheroisches Management } 02.10.09

Postheroisches Management

Wer sich ein wenig intensiver mit dem Denken und Handeln der Vertreter neuerer Systemtheorien beschäftigen möchte, dem lege ich die Zeitschrift “Revue für postheroisches Management” ans Herz.

Ansatz ist es, Managementlehre und Praxis auf Augenhöhe zu bringen, neugierige Fragen, wie z.B. “Wie viel Klugheit steckt selbst in einem schlechten Management? Woran hat sich ein schlechter Manager, ein schlechtes Management, offensichtlich mit Erfolg bereits angepasst?” zu stellen und somit neue Impulse und Perspektiven zu geben.

Die Lektüre ist sehr anspruchsvoll und gerade deswegen ein guter Wegweiser für die Zukunft. Die Macher der Revue sind “die üblichen Verdächtigen” des Management Zentrums in Witten (MZW) - sprich Fritz B. Simon, Dirk Baecker, Rudolf Wimmer u.a.. Die Revue erscheint zeimal im Jahr, im März und September.

Zur Einstimmung ein paar Zitate von Dirk Baecker, Inhaber des Lehrstuhls Kulturtheorie und -analyse an der Zeppelin University (ZU) in Friedrichshafen und Autor des Buches Postheroisches Management :

“Vom postheroischen Management sprechen wir, weil das Heroische darin bestand, zugunsten des Gewinns von Tragik und von Komik an den einmal gesetzten Unterschieden festzuhalten. Held ist, wer entweder beeindrucken triumphiert oder großartig scheitert. Alle anderen sind bloß Beobachter, die dem Weltenlauf nichts hinzuzufügen haben, sondern allenfalls die anfallenden Arbeiten erledigen.”

“Im postheroischen Management werden die Beobachter aus ihrer passiven Rolle befreit. Sie werden zu Akteuren. Jeder ihrer Arbeitsschritte ist eine Entscheidung. Helden stören dabei nur. Helden sind Leute, die den Blick für die Gegenwart scheuen und sich stattdessen auf ihre Zukunft, ihre glorreiche Zukunft, konzentrieren.”

“Wir suchen nach einem Management, das in der Lage ist, der Gegenwart und ihren strategischen Möglichkeiten nicht auszuweichen, sondern sich ihr zu stellen.”

In diesem Sinne verabschiede ich mich mit der September-Revue ins Wochenende. Glücklich und dankbar darüber, dass meine Zeit als PR-Heldin im Kreise vieler anderer PR-Helden hinter mir liegt.

Maren Hessler

Ritt aus dem Dreck } 12.02.09

Irgendwie verstehe ich das nicht. Da reiten sich Unternehmen massenweise in den Dreck und glauben, dass sie mit denselben Mitteln, die sie darein gebracht haben, auch wieder rauskommen: Kostensenkung, Kontrolle und Excel-Listen sollen die Allheilmittel in der Krise sein? Ich bezweifle dies sehr stark.

Und fühlte mich bestätigt, nachdem ich dass Buch „From Good to Great“ (dt. Der Weg zu den Besten) von Jim Collins gelesen hatte. Dieser Bestseller aus dem Jahr 2003 erlebt aus meiner Sicht gerade eine wahre Renaissance. Immer wieder findet er bei Twitter Erwähnung. Kürzlich las ihn ein Sitznachbar im Zug. Jüngst sah ich ihn auch in Johannes Kleskes aktuellem Lesestapel rot aufblitzen. Vielen ist bewusst, dass altbekannte Unternehmensführung nicht unbedingt hilfreich ist. Vielen aber auch nicht.

Um was geht’s denn nun bei Collins? Kurz gesagt: Der US- Wirtschaftswissenschaftler hat untersucht, was Spitzenunternehmen anders machen als durchschnittlich erfolgreiche Unternehmen. Gemeinsam mit seinem Forscherteam (21 Mann stark) hat er fünf Jahre damit zugebracht, die entscheidenden Faktoren zu filtern. Hier die wichtigsten Prinzipien, die er aus den Ergebnissen abgeleitet hat und die ich von der wissenschaftlichen in eine etwas griffigere Sprache überführt habe:

  1. Sunnyboys nehmt Eure Brillen ab. In Spitzenunternehmen sitzen stille, zurückhaltende, leistungswillige, fast schüchterne Menschen am Steuer. (Level 5-Führungsqualität)
  2. Nehmt die richtigen Menschen an Bord und trennt Euch konsequent von falschen. (First-Who-Prinzip)
  3. Schönreden war gestern. Realität ist heute. (Der Realität ins Auge blicken)
  4. Geht den Weg, der Euch mit Leidenschaft und Ausdauer zum Ziel führt. Nicht den Weg des herkömmlichen Kernkompetenzdenkens und Aktionismus. (Igel-Prinzip)
  5. Schafft Bürokratie und Tyrannei ab und setzt Disziplin und Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge ein. (Kultur der Disziplin)
  6. Enterprise 2.0 ist die Zukunft. (Technologie als Beschleuniger)
  7. Denkt nachhaltig, prozessorientiert und verzettelt Euch nicht im Aktionismus. (Schwungrad und Teufelskreise)

Die Ergebnisse sind eindeutig, wenn auch im Post-Peter-Drucker’schen Zeitalter nicht wirklich revolutionär. Wie dem auch sei. Das Buch ist eindeutig lesenswert und für mich zukunftsweisend, auch was die Ausrichtung von Unternehmensberatern betrifft.

Abschließend würde mich interessieren, welche Unternehmen in Deutschland wohl zu den Spitzenunternehmen zählen? Was meint Ihr? Aus meiner Erfahrung sind dies vor allem inhabergeführte Unternehmen, die sog. „Hidden Champions“. Was mich zu einem anderen empfehlenswerten Buch führt. Dazu aber ein anderes Mal.

Maren Hessler