Mein Name ist Maren Hessler. Ich lebe und arbeite in Frankfurt am Main. Als systemische Beraterin helfe ich Menschen und Unternehmen in Veränderungsprozessen. Seit Mitte 2008 bin ich Teil des internationalen Unternehmernetzwerkes Kessels & Smit, The Learning Company. Mein bester Shift des Lebens? Der Schritt in die Selbständigkeit.
Hallo!
Ich bin Marcus Splitt. Ich lebe und arbeite in Berlin, letzteres auch gerne around the globe. Ich bin Consultant für Personal- und Organisationsentwicklung bei Kessels & Smit, The Learning Company, Coach und querdenkender Entwickler. Veränderungsprozesse zu gestalten und zu begleiten gehören zu den Tätigkeiten, die mich besonders interessieren.
Er ist individuell, wirkt auf den ersten Blick vielleicht ein wenig verrückt. Seit mehr als zehn Jahren kreiert Peter Donnelly am Strand von Christchurch, New Zealand, mit Stock und Harke beeindruckende Sandgemälde. Vier Stunden braucht der Sand Dancer für seine Kunstwerke. Er fängt einfach an, ohne zu wissen, was dabei herauskommt. Für ihn ist es eine sehr besondere Art der “love expression”, die in all ihrer Schönheit nach nur kurzer Zeit von den Wellen des Meeres überspült wird. Ob Peter darüber traurig ist? Auf keinen Fall. Er lacht und sagt: “It’s the right timing.”
In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Jahreswechsel und das Bewusstsein, dass Veränderungen etwas Natürliches sind und zur richtigen Zeit unser Leben überspülen. Auch wenn es manchmal sehr schwer ist.
Zwischen Himmel und Erde. So habe ich mich gefühlt, als ich vor einigen Tagen mit dem tegut-Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Gutberlet , 65, im 22. Stock eines Hotels im Frankfurter Bankenviertel zusammen saß. Die Kulisse, in der wir uns an dem Abend wiederfanden, war skurril. Schließlich passen die Attribute der Bankenwelt so ganz und gar nicht zum tiefsinnigen und nachdenklichen Menschen Gutberlet.
Vielmehr lernte ich einen Mann kennen, der ohne viel Tamtam auf den Kern seines Erfolgs zu sprechen kam - ohne diesen selbstverständlich als solchen zu bezeichnen. Es fielen Sätze,wie “Die auf den Menschen zugehende Art lässt Unternehmen gut gestalten.” oder “Wir halten im Unternehmen Besinnung und arbeiten an inneren Fragen.” Was Wolfgang Gutberlet damit meint, ist im ersten Teil des Shifterviews zu sehen und zu hören:
Wolfgang Gutberlet hat aus meiner Sicht seit langem verstanden, worum es bei der Gestaltung eines erfolgreichen Unternehmens geht. Nämlich um persönliche Reife und geistiges Wachstum - gepaart mit ehrlicher Bodenständigkeit und absoluter Leidenschaft, Menschen bewegen zu wollen. Hierzu empfehle ich wärmstens folgende Sequenz:
Leider trifft man diese Art von Menschen viel zu selten in Führungspositionen. Und dabei werden sie gerade jetzt dringend gebraucht. Zwischen Himmel und Erde.
Selten haben mich Männer so beeindruckt wie am vergangenen Wochenende in Berlin. Jonathan Imme, 25, und seine sechs weiteren - männlichen - Palomar5-Mitorganisatoren haben mich begeistert. Und tun es immer noch. Denn sie setzen mit vollem Enthusiasmus und absoluter Leidenschaft ihre Vision von einem Kreativlabor für die Zukunft der Arbeit um. Dies durfte ich mit jeder Begegnung selbst erfahren. Und auch ohne sie: Denn wer zurzeit nur einen Fuß in die Berliner Malzfabrik setzt, spürt, dass hier eine sehr besondere Atmosphäre herrscht.
Gemeinsam mit 30 Menschen aus aller Welt entwickeln die Macher von Palomar5 neue Produkte und Lösungen, um zukünftiges Arbeiten attraktiver zu gestalten. Sie leben und arbeiten sechs Wochen lang zusammen unter einem Dach. Am 23. November wird ein Summit für geladene Gäste stattfinden, an dem die Ideen präsentiert werden. Für alle anderen Interessierten gibt es am 24. November einen Tag der offenen Tür.
Danach geht das Projekt übrigens auf andere Art und Weise weiter. Sieben der 30 internationalen Teilnehmer haben beschlossen, in Berlin zu bleiben, zu leben und zu arbeiten. Keine schlechte Idee, wie ich finde.
Mehr als 1.000 Menschen werden am Sonntag, 8. November 2009 beim Gipfel der Visionen in der Berliner FU dabei sein - und ein Zeichen setzen. Sie alle gehen den Fragen nach: Wie schaffen wir es, soziale Probleme durch unternehmerisches Handeln zu lösen? Wie sieht nachhaltiges und menschenwürdigeres Wirtschaften aus? Key Note Speaker wird der Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus, CEO Grameen Bank, sein.
Wer nicht in Berlin sein wird, aber nah am Geschehen sein möchte, dem empfehle ich das Blog karmakonsum. Meine geschätzten Kollegen Christoph Harrach und Noel Klein-Reesink sind Medienpartner des Vision Summits 2009. Und auch ich versuche, via twitter und hier im Blog vom Vision Summit zu berichten.
Heute bin ich auf ein spannendes Projekt in den Niederlanden gestoßen, das mich von den Rahmenbedingungen ein wenig an Palomar5 erinnert.
Es geht um Knowmads- eine Initiative, bei der 30 Menschen zwischen 20 und 35 Jahren die Chance erhalten, ihre Start up-Idee auf höchst zeitgemäßem Weg weiter zu entwickeln und umzusetzen. Dies passiert in einer unkonventionellen Schule in der Nähe von Amsterdam. Und zwar ein Jahr lang von Januar 2010 bis Januar 2011. Auf dem Programm stehen … Prozessbegleitung, Entwicklung der Persönlichkeit, Leadership Qualitäten… Und dabei soll eine “lifelong learning community” entstehen. Stop.
Was ist ein Knowmad?
“A Knowmad is a nomadic knowledge worker – that is, a brave, responsible, creative, imaginative person who can effect change and work with anybody, anytime, anywhere. Knowmads can instantly reconfigure environments and apply their knowledge at different levels in multiple contexts.” (frei nach John Moravec)
Hier ein schöner Teaser zum Projekt, der in der Amsterdamer Metro gedreht wurde:
Bewerben kann sich jeder, der unternehmerischen Geist hat, kreativ ist, eine innovative Geschäftsidee mitbringt und einen Unterschied in der Gesellschaft machen will. Stichstag für die Bewerbung ist der 20. November 2009. Weitere Details zum Bewerbungsprozess hier.
Übrigens: Kwela, eine der Crew-Mitglieder von Knowmads, ist auch als Dozentin bei Palomar5 in Berlin aktiv. Das nenne ich voneinander und miteinander lernen! Hier ein Interview mit Kwela:
Außer Frage, dass mich diese Projekte begeistern. Hier begegnen sich Menschen auf Augenhöhe, die daran interessiert sind, sich weiter zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Und weil’s so schön ist, hier noch ein wunderbares Zitat, das ich auf der Knowmads-Site gefunden habe:
The important thing is not being afraid to take a chance. Remember, the greatest failure is to not try. Once you find something you love to do, be the best at doing it.
Wieder ein positiver Ansatz für die Arbeitswelt von morgen. In der Berliner Malzfabrik findet gerade das Projekt Palomar5 statt. 30 junge Menschen aus 13 Ländern arbeiten sechs Wochen lang vom 9.10. bis zum 24.11.2009 an ihren Ideen zur Arbeits- und Lebensweise der digitalen Generation.
Hier erste Eindrücke zur ersten Woche, in der die Teilnehmer offenbar vor allem Input bekommen haben. Hoffentlich ändert sich die Gewichtung. Denn schließlich geht es um das Wissen und die Ideen der Teilnehmer…
Übrigens: Das Camp hat einen Sponsor. Es handelt sich um die Telekom, die unterwegs ist zur “Neuen Telekom”. Sie stellt vier Themen in den Fokus ihres Wandels: Verändern - Verbinden - Verstehen - Vertrauen. Große Worte. Man darf gespannt sein.
Wer sich ein wenig intensiver mit dem Denken und Handeln der Vertreter neuerer Systemtheorien beschäftigen möchte, dem lege ich die Zeitschrift “Revue für postheroisches Management” ans Herz.
Ansatz ist es, Managementlehre und Praxis auf Augenhöhe zu bringen, neugierige Fragen, wie z.B. “Wie viel Klugheit steckt selbst in einem schlechten Management? Woran hat sich ein schlechter Manager, ein schlechtes Management, offensichtlich mit Erfolg bereits angepasst?” zu stellen und somit neue Impulse und Perspektiven zu geben.
Die Lektüre ist sehr anspruchsvoll und gerade deswegen ein guter Wegweiser für die Zukunft. Die Macher der Revue sind “die üblichen Verdächtigen” des Management Zentrums in Witten (MZW) - sprich Fritz B. Simon, Dirk Baecker, Rudolf Wimmer u.a.. Die Revue erscheint zeimal im Jahr, im März und September.
“Vom postheroischen Management sprechen wir, weil das Heroische darin bestand, zugunsten des Gewinns von Tragik und von Komik an den einmal gesetzten Unterschieden festzuhalten. Held ist, wer entweder beeindrucken triumphiert oder großartig scheitert. Alle anderen sind bloß Beobachter, die dem Weltenlauf nichts hinzuzufügen haben, sondern allenfalls die anfallenden Arbeiten erledigen.”
“Im postheroischen Management werden die Beobachter aus ihrer passiven Rolle befreit. Sie werden zu Akteuren. Jeder ihrer Arbeitsschritte ist eine Entscheidung. Helden stören dabei nur. Helden sind Leute, die den Blick für die Gegenwart scheuen und sich stattdessen auf ihre Zukunft, ihre glorreiche Zukunft, konzentrieren.”
“Wir suchen nach einem Management, das in der Lage ist, der Gegenwart und ihren strategischen Möglichkeiten nicht auszuweichen, sondern sich ihr zu stellen.”
In diesem Sinne verabschiede ich mich mit der September-Revue ins Wochenende. Glücklich und dankbar darüber, dass meine Zeit als PR-Heldin im Kreise vieler anderer PR-Helden hinter mir liegt.
Früher, als ich noch in der PR-Agenturwelt unterwegs war, war es nicht so einfach. Familie und Freunde fragten, was ich beruflich eigentlich so mache. Nun, was sollte ich sagen? „Ich sorge dafür, dass meine Kunden positiv in den Medien erscheinen und die Öffentlichkeit vom neuesten Anti-Schuppen-Shampoo erfährt.“ Also, ich fand das super. Auch wenn meine Umwelt Sinn und Unsinn dieses Jobs bis heute nicht begriffen hat. Wer kann es ihr Übel nehmen?
Heute ist es nochmals schwieriger. Denn wenn ich sage, ich bin „systemische Personal- und Organisationsentwicklerin“, schaut mich mein Gegenüber mit verständnislosem Blick an und fragt: „Kannst Du das auch auf Deutsch sagen?“
Nun gut. Da muss ich ein wenig ausholen. Es gibt eine spezielle Bewegung an Menschen, die gemeinsam Organisationen und Gesellschaft voranbringen will. Diese Menschen nennen sich „Systemiker“ und sind mit anderen Menschen auf Augenhöhe im Dialog darüber, welche beruflichen Lebenswege Sinn ergeben, welche Art von Organisationskultur und Wirtschaften menschenwürdig ist. Ihre Haltung ist es, dass Menschen die Lösungen für ihre Probleme in sich tragen. Dabei sind sie arm an Scheuklappen für sich selbst, nehmen immer wieder Abstand und fordern zum Gespräch über Verantwortung auf. Diese Menschen sind leider kaum bis gar nicht in der PR-Welt zu finden. Jedoch am Rande der HR-Welt. Einer ihrer Vordenker in Deutschland ist Bernd Schmid, Leiter des Instituts für Systemische Beratung (ISB) in Wiesloch, in dessen Schule ich durch eine Ausbildung zum Systemischen Berater meine Wurzeln habe. Gemeinsam mit einem Lehrtrainerteam gibt er seit 25 Jahren sein Wissen weiter.
Mit welchen Perspektiven und Kompetenzen wir Systemiker ausgestattet sind, welcher Methoden wir uns bedienen und in welchen Organisationszusammenhängen wir intervenieren, haben Markus Schwemmle und Bernd Schmid als Herausgeber in dem soeben erschienenen Buch „Systemisch beraten und steuern live – Modelle und Best Practices in Organisationen“ zusammen gestellt. Ich möchte dieses Buch an dieser Stelle wärmstens empfehlen.
Ach ja. Und auf die Frage “Was machst Du eigentlich?” antworte ich heute: “Ich helfe Menschen, einen sinnvollen Weg zum menschenwürdigen Arbeiten zu finden. Diese Menschen können Privatpersonen sein, die an ihrem Arbeitsplatz Probleme haben, oder Führungskräfte in Organisationen, die neue Wege suchen, ihr eigenes Potenzial und das ihrer Mitarbeiter hierarchieübergreifend zu nutzen.”
Liebe Familie, liebe Freunde, liebes Anti-Schuppen-Shampoo! Das macht einfach mehr Sinn.
In Südafrika haben wir mit einer Gruppe von 20 Sozialarbeitern des Tshepang Programms gearbeitet. Wir haben mit ihnen über beispielhafte Probleme, die sie täglich mit den 200 Kindern des Projekts und deren Eltern haben, gesprochen. Wir haben sie gecoacht und ihnen Möglichkeiten für wertschätzende Interventionen gezeigt.
Mariel und Paul im Gespräch mit den Sozialarbeitern
Darüber hinaus haben wir gemeinsam die Regeln überarbeitet, an die sich alle Teilnehmer des Projekts halten (sollen). Weg von Verboten. Hin zu positiven Prinzipien.
Der Start nach dem Sommer in das restliche Jahr 2009 hat mit einer sehr guten Entscheidung begonnen: Seit September arbeite ich im Betahaus in Berlin. Das Betahaus ist ein Coworking space für Kreative und Wissensarbeiter. Interessierte finden hier ein inspirierendes und gleichermaßen entspanntes Umfeld, in dem es sich gut arbeiten und interessante Menschen kennen lernen lässt. Sehr zu empfehlen.