Einträge von marcussplitt

Verwandtes Denken und Inspiration } 14.03.09

Lesen ist für mich ein sehr wichtiger Zugang zu Inspiration. Und an dieser Stelle muss unbedingt brand eins erwähnt werden. Seit der Ausgabe 5/2002 beziehe ich nun das Wirtschaftsmagazin und bin immer noch begeistert. Was begeistert mich an brand eins?

  • Die Positive Einstellung gegenüber gesellschaftlichen Entwicklungen. Die Antwort und die Haltung auf die Herausforderungen unserer Zeit, wie ich sie aus den Ausgaben lese, ist Innovation, Mut und Kreativität.
  • Themen werden aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.
  • Geschichten und Portraits sind ein wichtiger Bestandteil jeder Ausgabe - sehr inspirierend!
  • Es wird kontinuierlich an neuen Ansätzen und Alternativen “gebastelt”. Stichwort : “Welche Wirtschaft wollen wir haben?”
  • Das Unternehmen selbst ist sehr innovativ.

Dies sind einige Gründe, warum brand eins für mich so attraktiv und inspirierend ist. Wer einen frischen und manchmal auch überraschend anderen Blick auf die Wirtschaft werfen möchte, dem sei dieses Magazin empfohlen.

Hier ein Beispiel aus der aktuellen Ausgabe (März 2009 Seite 51/52). Dort wird die Wiener Beraterin Roswita Königswieser zitiert:

“Es geht hier darum, von welcher Seite man das System betrachtet”, sagt sie und macht drei große Gruppen aus: “Die einen, die nur jammern - aber das haben die immer getan. Dann die, die alles verdrängen, auch die Notwendigkeit, sich jetzt zu verändern und den Wind des Wandels zu nutzen. Und schließlich die, die heute Grundlagen für eine bessere Wirtschaft schaffen. Das sind Leute, die sagen: Jetzt wird’s erst richtig spannend. Jetzt haben wir die Chance zu zeigen, wie gut wir sind. Das sind eben nicht die, die die Krise heute als Ausrede dafür missbrauchen, was sie selbst vermasselt haben.” Königswieser kennt alle drei Gruppen gut. Die Davoser Fraktion, die der Spitzenmanager und Konzernherren aus der allerersten Reihe, repräsentieren überwiegend - Ausnahmen bestätigen nur die Regel - die Jammerer. “Da hat man eigentlich den Eindruck wohlstandsverwahrloster Manager, die alles haben, in Incentives ertrinken und nichts damit anzufangen wissen. Sie sind zutiefst frustriert - und mit Frustrierten kann man einfach keine Veränderung machen.”

Für solche Passagen liebe ich brand eins. Schnörkellos und klar werden die Dinge auf den Punkt gebracht.

Nicht zuletzt sei an dieser Stelle auch gesagt, dass ein brand eins Artikel der Auslöser dafür war, dass Maren Hessler, Marcus Splitt und Carsten Weber nun mit dem Aufbau von Kessels & Smit, The Learning Company in Deutschland beschäftigt sind.

Fazit: brand eins wirkt!

marcussplitt

Appreciative Inquiry in einer Bäckerei } 04.03.09

Heute startet ein neues Projekt mit einer Bäckerei, in dem es darum geht, den Verkauf zu stärken und die Produktionsabläufe zu optimieren. Künftig werde ich hier, auf shifthappens.de, über den Prozessverlauf berichten.

Der Prozess beginnt im Verkauf. Das Ziel ist, das verborgene Wissen der Verkäuferinnen zu entdecken und mit ihnen gemeinsam die Stärken “ihrer Filiale” zu entwickeln. Hierzu werde ich mich selbst am kommenden Montag hinter die Theken verschiedener Filialen stellen und Brot und andere Backwaren verkaufen. Während dieser Zeit werde ich die Verkäuferinnen interviewen. “Worauf sind Sie in Ihrer Filiale stolz?”, könnte eine Frage lauten.

Sobald die Erkundungsphase abgeschlossen ist, befrage ich die Mitarbeiterinnen nach ihren Träumen: “Was könnte hier noch alles entstehen?” Dem AI-Prozess folgend durchlaufen die Verkäuferinnen auf der Suche nach dem Guten in ihrer Filiale einen Kreativität fördernden Prozess. Siehe zum AI-Prozess auch meinen Post von gestern.

Durch diesen Prozess entstehen gute Bilder bei den Verkäuferinnen und bei mir. Sie enthalten die Stärken und Potenziale der Filialen. Die guten Geschichten werden sichtbar, indem sie erzählt werden. Eine positive Atmosphäre entsteht. Die Potenziale werden klar herausgearbeitet, so dass die Verkäuferinnen hierauf aufbauen können. Ein Anfang ist gemacht!

Fortsetzung folgt.

marcussplitt

Auf der Suche nach Juwelen im Unternehmen - die Methode Appreciative Inquiry (AI) } 03.03.09

Während sich das Buch Entdecken Sie Ihre Stärken von Marcus Buckingham vor allem mit den Stärken des einzelnen Menschen beschäftigt, ist AI die konsequente Ergänzung zu einem positiven und wertschätzenden Umgang mit Menschen und Organisationen.

AI steht für Appreciative Inquiry (dt. wertschätzende Erkundung), ist von David Cooperrider 1987 in den USA entwickelt worden und konzentriert sich auf das, was in einem System schon gut läuft. Die Grundannahme dabei ist, dass “jeder Mensch, jedes Team, und jede Organisation ein viel größeres Potenzial hat, als ihnen in der Regel bewusst ist.”

Organisationen entwickeln sich immer in die Richtung dessen, worauf sie ihre Aufmerksamkeit richten und was sie untersuchen. Auch Vergangenheit und Gegenwart sind wichtig. Aus ihnen speist sich das Bild, welches Organisationen von sich machen. Vergangenheit und Gegenwart müssen in der Regel aufgewertet werden, da sich meistens die negativen Erlebnisse halten und erzählt werden. Aber es gibt eben “Momente der Freude und Facetten der Brillanz” im Unternehmen. Dinge, die auch schon früher, bzw. heute gut laufen oder gelaufen sind. Sie gilt es zu finden. Sie bilden den Grundstock, aus dem sich Positives und Kraftvolles gestalten lässt.

Mit Hilfe der AI kann ein Veränderungsprozess im Unternehmen angestoßen werden. Dieser sogenannte AI-Prozess gliedert sich in vier Phasen:

  • Discovery: Das erkunden und wertschätzen, was bereits da ist.
  • Dream: Visionieren, was sein könnte.
  • Design: Gestalten und vereinbaren, was sein soll.
  • Destiny: Planen, was künftig sein wird.

Die Teilnehmer durchlaufen jede Phase und sind auf diese Weise “im Boot” der Veränderung. Sie sind aktiv beteiligt. Hierdurch ist es auch möglich, Schwieriges ohne Angst “auf den Tisch” zu legen. In einer Atmosphäre, in der man auf der Suche nach Potenzial ist, darf auch “Klartext” geredet werden.

Selbst wenn man nicht viel Fantasie und Vorstellungsvermögen besitzt, so sollte doch einleuchten, dass dieser Ansatz ein ungeheures Potenzial für eine Organisationsanalyse hat.

Aber man muss natürlich nicht auf das Positive setzen. Man muss auch nicht wollen, dass Mitarbeiter sich einbringen, gehört werden und Verantwortung übernehmen. Man kann auch einfach weitermachen wie bisher.

marcussplitt

Stärke oder Defizit? } 23.02.09

Die ursprüngliche Überschrift sollte lauten: Stärkenorientierung oder Defizitorientierung? Da haben wir es. Meine Software kennt das Wort Stärkenorientierung gar nicht. Es meldet einen Rechtschreibfehler. Defizitorientierung hingegen nimmt es problemlos an. Also, die Software. Und wir alle wohl auch. Denn wir denken in Defiziten. Das ist fatal und muss aus meiner Sicht geändert werden.

Was ist eine Stärke? Marcus Buckingham bringt es in seinem Buch Entdecken Sie Ihre Stärken auf die einfache Formel: Talent x investierte Zeit = Stärke.

Ein Talent ist die Kapazität, eine bestimmte Fähigkeit gleichbleibend fast perfekt auszuüben. Trainiert man diese Fähigkeit, indem man Zeit in sie investiert, so kann aus einem Talent eine Stärke werden.
Die dahinter liegende Frage lautet: „Haben Sie an Ihrem Arbeitsplatz die Gelegenheit, das, was sie am besten können, jeden Tag zu tun?“

Jetzt höre ich schon die ersten Stimmen, dass es ja nicht sein könne, jeden Tag nur das zu tun, was einem Spaß mache! Hm, da wurde die Frage wohl nicht ganz verstanden. Aber mal ehrlich: Wie viel Defizitorientierung, wie viel Investment in das, was einem schwer fällt, rechtfertigt das Ergebnis? Eine Performance, die so lala ist?

Gerade wir in Deutschland wollen häufig an unseren Schwächen arbeiten. Und bei Feedback wollen wir „konstruktive Kritik“ üben. Man könnte dies doch auch umdrehen. Wir arbeiten und vergrößern unsere Stärken – wir nehmen das in unseren Fokus, was uns Energie gibt und nach vorne bringt.

Wie würde eine Organisation aussehen, in der Menschen nach ihren Talenten und Stärken eingesetzt würden? In welcher Mitarbeiter Workshops besuchen, die ihre Stärken vergrößern? In der Personaler zu „Detektiven“ von Talenten werden? Buckingham nennt dies „The Revolution at work!“ Ok. Das ist für unsere deutschen Ohren vielleicht ein wenig zu platt. Dennoch scheint mir dieser Ansatz wesentlich erfreulicher und förderlicher für eine nachhaltige Organisations- und Personalentwicklung zu sein als die beliebte Defizitorientierung.

Und wie sieht’s mit Euren Stärken aus? Buckingham hat mit seinen Kollegen an einem weiteren Buch gearbeitet, mit Hilfe dessen der Leser die Möglichkeit hat, im Internet sein eigenes Stärkenprofil ausfüllen. Anhand von Fragen werden die 5 Top Stärken ermittelt. Weiterhin erhält der Leser Tipps und Anregungen zu Entwicklung und zum Einsatz seiner Stärken. Natürlich wird auch jede Stärke beschrieben. Am Ende des Buches findet sich noch ein Kapitel zur Umsetzung in einer ganzen Organisation.

Sehr gerne verwende ich dieses Tool, wenn es darum geht, die Talente, Passionen und Stärken von Menschen ans Tageslicht zu befördern. Es wäre schön, wenn dieser Ansatz vermehrt Verbreitung finden würde. So wie hier zum Beispiel.

Am besten gleich bestellen:

Marcus Buckingham, Entdecken sie ihre Stärken, jetzt!

marcussplitt

Führung in der Krise } 13.02.09

In dieser Zeit ist ja das Thema “Wirtschaftskrise” in aller Munde. Aber was, wenn es keine Wirtschaftskrise , sondern eine Systemkrise ist? Ich muss zugeben, dass mich immer wieder das Gefühl und der Gedanke beschleicht, dass einige Firmen die “Gunst der Stunde” nutzen, um jetzt, da jeder Verständnis dafür hat, die systembedingten Probleme zu bereinigen, die schon länger im Unternehmen schwelen. Jetzt ist Krise. Jetzt kann man ja recht einfach die Ergebnisse misslungener Unternehmensführung verkaufen. Ach ja, und den Staat um Hilfe bitten, ist dieser Tage auch leichter geworden. Das alles lenkt von den hausgemachten Problemen ab:

  • starre Strukturen
  • endlose Hierarchien
  • eingeschränkte Wahrnehmung des Selbst- Fremdbildes

seien hier als Beispiele genannt. Dies gepaart mit einer oft unglücklichen Kommunikation, sowohl innerbetrieblich wie nach außen, und fertig ist ein brisanter Cocktail! Allein das hier Aufgeführte ergibt eine Organisation, die nicht gerade vor Leben strotzt und widerstandsfähig Erschütterungen bestehen kann. Was ist nun zu tun? Was könnten Alternativen sein, gerade auch wenn man den Post von gestern berücksichtigt?

Führung ist nun vonnöten. Aber welche Art von Führung? Hierzu, so meine ich, sollte der Blick nach innen gehen. In die Organisation. Dort liegt das Potential in den Menschen, um nun aus der Krise zu lernen und Wege des Organisierens und Führens zu finden, welche auf die Einbeziehung des Wissens, der Ideen und Kreativität der Mitarbeiter setzt. Hier ist natürlich ein dialogischer und partizipativer Führungsstil gefragt. Mit Top-Down Methoden wird man da wohl nicht weit kommen. Führung als “Co-Creation, sprich als Ermöglicher, gemeinsam zu gestalten” (Prof. Dr. Joseph Kessels), wäre eine Alternative.

marcussplitt

shifthappens } 11.02.09

Um es gleich zu sagen: Nein, wir sind keine Trittbrettfahrer! Aber der Reihe nach.

Shifthappens heißt unser neues Blog, bei dem es vor allem um eins geht: um positive Veränderungen von Menschen, Organisationen und Gesellschaft.

Wir sind der Meinung, dass es sich bei der aktuellen Krise nicht um eine Wirtschafts-, sondern um eine Systemkrise handelt. Deswegen wollen wir eine andere Perspektive anbieten und Impulse für zeitgemäßere Organisationsformen geben sowie Menschen zu Wort kommen lassen, die die Chance eines Shifts er- und begriffen haben.

Woher kommt die Marke „shifthappens“?

Liebe Re:publica’09-Macher. Es ist uns sehr wichtig, euch an dieser Stelle zu sagen, dass wir Shifthappens nicht von euch kopiert haben. Der Name unseres Blogs ist während der alljährlichen Summer School von Kessels & Smit Anfang September 2008 in Utrecht entstanden. Unsere niederländische Kollegin Saskia Tjepkema erklärte die Bedeutung von persönlichen Shifts während eines Workshops und beendete einen Satz zufällig mit den Worten „… and then shift happens.“ Das Gelächter war groß. Und gleichzeitig war die Idee für unser Blog geboren.

Wir freuen uns auf ein spannendes Projekt, einen regen Dialog und hoffen, einige Shifts mit unserem Blog auslösen zu können!

Maren Hessler und Marcus Splitt

P.S. Selbstverständlich werden wir vom 01.-03. April dabei sein, wenn es in Berlin heißt: “Shift happens”.

Start mit DANKE! } 11.02.09

Shifthappens.de - Online Magazin für Veränderung startet! Darüber freuen wir, Maren Hessler und Marcus Splitt, uns sehr.

Und wie das bei solchen Projekte immer ist, schafft man dies nicht alleine. Besonders zwei Menschen haben uns sehr kompetent und geduldig beraten und unterstützt. Aber nicht nur das, sondern auch unsere Vorstellungen sehr gut umgesetzt.

Unser Dank gilt:

Denis Holzmüller für das geniale Design und

Depone Netzgestaltung - Daniel Ehniss für die super Umsetzung und Erstellung der Seite.

Beide Unternehmer sind sehr zu empfehlen.

Denis und Daniel, danke für die angenehme und gute Zusammenarbeit!