Heute bin ich auf ein spannendes Projekt in den Niederlanden gestoßen, das mich von den Rahmenbedingungen ein wenig an Palomar5 erinnert.
Es geht um Knowmads- eine Initiative, bei der 30 Menschen zwischen 20 und 35 Jahren die Chance erhalten, ihre Start up-Idee auf höchst zeitgemäßem Weg weiter zu entwickeln und umzusetzen. Dies passiert in einer unkonventionellen Schule in der Nähe von Amsterdam. Und zwar ein Jahr lang von Januar 2010 bis Januar 2011. Auf dem Programm stehen … Prozessbegleitung, Entwicklung der Persönlichkeit, Leadership Qualitäten… Und dabei soll eine “lifelong learning community” entstehen. Stop.
Was ist ein Knowmad?
“A Knowmad is a nomadic knowledge worker – that is, a brave, responsible, creative, imaginative person who can effect change and work with anybody, anytime, anywhere. Knowmads can instantly reconfigure environments and apply their knowledge at different levels in multiple contexts.” (frei nach John Moravec)
Hier ein schöner Teaser zum Projekt, der in der Amsterdamer Metro gedreht wurde:
Bewerben kann sich jeder, der unternehmerischen Geist hat, kreativ ist, eine innovative Geschäftsidee mitbringt und einen Unterschied in der Gesellschaft machen will. Stichstag für die Bewerbung ist der 20. November 2009. Weitere Details zum Bewerbungsprozess hier.
Übrigens: Kwela, eine der Crew-Mitglieder von Knowmads, ist auch als Dozentin bei Palomar5 in Berlin aktiv. Das nenne ich voneinander und miteinander lernen! Hier ein Interview mit Kwela:
Außer Frage, dass mich diese Projekte begeistern. Hier begegnen sich Menschen auf Augenhöhe, die daran interessiert sind, sich weiter zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Und weil’s so schön ist, hier noch ein wunderbares Zitat, das ich auf der Knowmads-Site gefunden habe:
The important thing is not being afraid to take a chance. Remember, the greatest failure is to not try. Once you find something you love to do, be the best at doing it.
Maren Hessler
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Eins kommt zum anderen. Wobei meine Begeisterung genau groß ist, ich aber aus Erfahrung vermute, wie lange technische und soziale Innovationen brauchen. Umso wichtiger anzufangen, die ersten Schritte zu tun, auszuprobieren, zu scheitern, weiterzumachen, es zum Gelingen bringen, zu begeistern - immer mehr. Und wunderbar ist, wie hier soziale und gesellschaftliche Innovationen sich der technischen Innovationen bedienen, ganz selbstverständlich. Was für tolle Zeiten. Danke für die Info, Maren.
Hawe
Ich finde solche Angebote klasse. In eine ähnliche Richtung gehen auch die dänischen KAOSPilots. fyi.
Vielen Dank fuer diesen Bericht! Er kommt zur richtigen Zeit - noch sechs Wochen lang freuen wir uns auf Bewerbungen aus aller Welt, um dann im Dezember hier in Amsterdam in einem 3-Tage Workshop die Gruppe fuer unser Team zusammenzustellen. Wer Interesse hat, oder noch Freunde benachrichtigen will: http://www.knowmads.nl
@Hawe - finde ich auch, es sind spannende Zeiten - wer bist Du, was machst Du?
@ Laurent - wir kommen aus der KaosPilots-Familie … ich war Team Leader bei den KaosPilots Netherlands letztes Jahr. Wir fanden aber, drei Jahre sind zu lang, daher jetzt das kuerzere Druck-Kessel- Modell von Knowmads
Liebe Gruesse aus Amsterdam, und vielleicht hoeren wir von Euch!
@Kwela: Hi - Wir werden uns wahrscheinlich nächsten Dienstag in der Malzfabrik sehen. ich bin als Experte zu Palomar5 eingeladen und werde gerne eine Diskussion zum Thema Leadership & Teams anzetteln. mehr? mail hawe (at) gmx.de
@Kwela - falsche mail. richtig: hawe (at) gmxpro.de
@hawe Ja, es sind aufregende Zeiten und ich bin sehr froh, diesen Paradigmenwechsel miterleben und gestalten zu können.
Immer mehr Organisationen in Deutschland nehmen eine neue Perspektive ein, interessieren sich für das Arbeiten auf Augenhöhe, wollen das Wissen ihrer Mitarbeiter für ihr Wachstum nutzen. Wenn es dann aber zu konkreten Schritten kommen soll, beginnt das große Zögern. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Aus meiner Sicht hat die Zurückhaltung vor allem damit zu tun, dass Veränderungen per se erst einmal ein Heraustreten aus der Komfortzone bedeutet. Und das ist sehr schwer, wie wir alle wissen. Wer jahrelang in traditionellen Hierachien unterwegs gewesen ist und nichts anderes gelernt hat, braucht einen behutsamen Wandel. Dieser kann nicht von außen direktiv vorgegeben werden, sondern muss von innen gewollt werden. Ansonsten funktioniert es nicht.
@kwela Was sind Deine Beobachtungen zu den (Organisations)entwicklungen in Deutschland im Vergleich zu den Niederlanden und Dänemark?
@Hawe - da bin ich gern dabei, aber Palomar haben mich noch nicht offiziell fuer naechsten Dienstag verpflichtet … ich melde mich bei ihnen und bei Dir
@Maren - ich gebe Dir recht. Allerdings sind Firmen durchaus bereit, auch von aussen heraus zu handeln, naemlich dann, wenn Umstaende sie zwingen. Unsere Herausforderung als Prozess-Mentoren und Change-Managers ist es, wie Du sagst, in den “zwangslosen” Zeiten Organisationen fuer inneren Wandel zu begeistern. Das Zoegern, das Du beschreibst, wenn es um Taten geht, ist auch genau meine Erfahrung. Allerdings sehe ich manchmal mit Bedenken, dass doch viele Kollegen noch dem alten Konsultations-Muster verschrieben sind: ich gehe rein, mache meinen Job, bin aber nicht (mehr) verantwortlich, wenn (ob) Ergebnisse nach mir und durch mich kommen. Ich bin der Ueberzeugung, dass wir in unserem neuen Taetigkeitsfeld des Komfortzonen-Verlassens immer ueberzeugender fuer Organisationen werden, wenn wir “accountability”, Nachhaltigkeit und Evaluierung in die DNA unser eigenen Business-Modelle hineinbauen (entschuldige mein Deutsch, es ist lange her). Das bereitet mir schlaflose Naechte: Wie finden wir einen Weg, unsere Arbeit so zu messen, dass Organisationen von vorn herein mehr Vertrauen aufbringen koennen?
Zu Deiner Frage: Es ist das UK, mit dem ich mich am besten auskenne (dort lebte ich ueber 15 Jahre). Ich werde darueber nachdenken und mich melden.
@Hawe - noch etwas: Ich habe am ersten Tag des Camps bereits eine Session ueber Leadership gemacht. Schau’ es Dir auf dem begleitenden Prezi an:
http://prezi.com/80dyvrwbyroh/
@kwela Das ist auch die Frage, die mir Kopfzerbrechen bereitet. Wir sollten einfach mal gemeinsam darüber nachdenken, wenn Du willst.
Hey Maren,
ich wollte nur ganz schnell Danke sagen für euren Blog hier und ganz besonders für diesen Beitrag. Ihr habt damit tatsächlich etwas ganz konkretes beeinflusst, nämlich meine Zukunft: Bin direkt nachdem ich das damals gelesen habe auf die Knowmads Seite gesurft und habe die Bewerbungsunterlagen ausgefüllt (tough job!) . Gestern bin ich aus Amsterdam vom Knowmads Admissionworkshop für Team 3 zurück gekommen und hatte dann nachts die Einladung für das kommende Jahr in meinen Mails. Ich bin so froh und freue mich so auf das kommende Jahr und werde dann natürlich sicher auch mal wieder in Utrecht bei K&S vorbei schauen. Haha, wenn ich damals gewusst hätte, was meine Mail an Arne nach dem brandeins Artikel für einen Rattenschwanz an Veränderungen für mein Leben mit ich bringen würde…. Vielleicht hätte ich sonst nie von Knowmads erfahren…. Anyway, jetzt will noch einiges an organisatorischem Kram geklärt werden (+ die Diplomarbeit) bevor es dann heißt “Welcome home!”. Team 3 will rock the boat!!
Ganz liebe Grüße,
Franziska