Es ist an der Zeit, den Blick einmal auf die Welt der PR-Agenturen zu richten. In den letzten Wochen kommen mir noch ungeheuerlichere Geschichten als eh schon zu Ohren. Hinter den Kulissen wird an Standortschließungen, Mitarbeiterabbau und Kostenreduktion gefeilt. Gleichzeitig formieren sich Mitarbeiter mit Hilfe ihrer Anwälte und des Betriebsrates. Wenn es denn einen gibt. Darüber hinaus prognostizieren Mitarbeiter verschiedener renommierter Agenturen die Insolvenz ihres Arbeitgebers binnen der nächsten sechs Monate. Traurig und hoffentlich nicht wahr.
Umso besser ist es, dass es auch jetzt in Krisenzeiten noch Agenturen gibt, die Positives zu vermelden haben. Für mich war es interessant, diese Erfolgsgeschichten näher zu beleuchten. Was machen erfolgreich wachsende Agenturen anders als herkömmliche Agenturen? Was kann man von ihnen lernen?
In einer Interviewreihe habe ich sechs Geschäftsführer nach den Faktoren ihres Unternehmenserfolges befragt. Ergebnis ist, dass soziale Prozesse und Wertschätzung den Unterschied machen. Ein ausführliches Thesenpapier steht beim PR Report zum Download bereit.
Für diejenigen, die keine Zeit zum Lesen haben, hier eine kurze Übersicht zur PR-Agentur der Zukunft:
| Herkömmliche PR-Agentur | PR-Agentur der Zukunft |
| Vertikales Management mittels Dekret | Horizontale Führung und Entwicklung |
| Quantitative Ziele dominieren. | Qualitative Ziele leiten. |
| Geschäftsführung gibt Antworten vor. | Geschäftsführung stellt Fragen. |
| Mitarbeiter nehmen Informationen entgegen. | Mitarbeiter entwickeln mit. |
| Mitarbeiter setzen um. | Mitarbeiter unternehmen. |
| Führungskräfte verwalten Ergebnislisten. | Führungskräfte stimulieren Ideen. |
| Mitarbeiter in Dauer-Meetings | Mitarbeiter in Workshops |
| Mitarbeiter werden verwaltet. | Talente werden entwickelt. |
| 60-Stunden-Wochen | Zeit für Reflexion |
| Regeln, Kontrolle, Missachtung | Freiräume, Vertrauen, Wertschätzung |
| Mitarbeiter als Maschine | Wissensarbeiter |
| Kunden, die zahlen, bestimmen. | Kunden, die gut tun, bestimmen. |
| Intransparente Finanzen und Gehälter | Transparente Finanzen und Gehälter |
Maren Hessler
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Diese Gegenüberstellung gefällt mir besonders, weil sie nicht so offensichtlich ist: “Mitarbeiter in Dauer-Meetings - Mitarbeiter in Workshops”, zumal ich denke, daß sie in direktem Zusammenhang mit diesem Paar steht “60-Stunden-Wochen - Zeit für Reflexion”.
Denn alle Punkte die Du aufführst, haben meiner Meinung nach viel mehr mit mangelnder, als mit altmodischer Führung zu tun. Vielleicht ist aber auch das “altmodisch” der Grund für das “mangelnd”
?
ich stimme KMTO im letzten Punkt zu! Wenn ich mich umgucke in dem Unternehmen, für das ich arbeite, täte mehr “rechte” Seite der Liste sehr gut. Allerdings ist man momentan noch so befangen in altem Denken, dass so jemand wie “Wissensarbeiter” angst macht.
Führungskräfte, die Fragen stellen, in Frage gestellt werden. “Ihre Leute fordern harte Führung ein!” ist so ein Spruch aus dem Kohlenkeller schwarzer Pädagogik.
Gebt den Menschen Freiheit, Informationen, fördert Selbstbewusstsein, Unabhängigkeit - macht sie zu Mit-Arbeitern. Die allerdings harte Wahrheiten und harten Respekt einfordern. Oder gehen, wenn es nichts mehr wird.