Prolog: Endlich ist es soweit und ich kann meine angesammelten Posts zum AI Prozess online stellen. Hat ja nun auch lange genug gedauert. Hier nun der zweite Teil. Die nächsten folgen. Kurzfristig!
Ein paar Wochen ist es nun her, dass der AI Prozess in der Bäckerei begonnen hat. Um 7.00 Uhr startete ich mein erstes Basisinterview mit den Bäckerei-Fachverkäuferinnen. Ziel war es herauszufinden, in welchen Momenten sie sich in der Organisation großartig und lebendig fühlten, und sich in die Gestaltung ihrer Organisation einbringen konnten. Gleichzeitig war ich neugierig zu hören, wann in der Organisation etwas richtig gut gemacht wurde.

"Das Brot muss mich an lachen..." Die Verkäuferinnen auch
- Wie war Ihr Einstieg in das Unternehmen?
- Was hat Sie am Anfang am Unternehmen begeistert? Was war ihr erster Eindruck?
- Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit, an sich selbst und an Ihrem Laden?
- Was waren Höhepunkte in Ihrer Arbeit? Situationen, in denen Sie sich wirklich wohlgefühlt haben. Situationen, in denen Sie wahrgenommen haben, dass Sie Wesentliches zum Unternehmen beitragen?
Diese Art der Fragen war für die Verkäuferinnen neu.
“So was hat mich noch niemand gefragt…”, “Sie stellen Fragen… Moment die Brötchen… Ja bitte, was darf es sein… Wie war noch mal die Frage…?”
Interviews während des normalen Arbeitsablaufes zu machen, erwies sich als Herausforderung.
Die Verkäuferinnen reagierten durchweg positiv auf die Interviews. Alle haben sich bedankt und signalisiert, dass sie zu weiterer Mitarbeit bereit sind. “Machen Sie was draus, Herr Splitt. Die Firma braucht das.” Meine Gegenfrage war: “Machen Sie mit? Die Firma braucht Menschen wie Sie!” Nachdenklichkeit, Freude und auch ein wenig Skepsis zeigten sich daraufhin auf den Gesichtern. Ein Anfang war gemacht.
Es war faszinierend, dabei zuzusehen, wie meine Interviewpartnerinnen Schritt für Schritt ihre skeptische Haltung aufgaben und sich eingelassen haben, über das Gute (die Juwelen) von sich und ihrer Firma zu sprechen. Sie waren selbst erstaunt, wie viel es da zu berichten gab.
Gelernt habe ich dabei mindestens dreierlei:
1. Ermutigung hebt das Gemüt und erhellt die Stimmung.
2. Viele Menschen sind es nicht gewohnt, so persönlich und positiv-neugierig befragt zu werden.
3. Der Job einer Fachverkäuferin für Backwaren ist komplex. Mein Respekt gegenüber diesem Job ist gewaltig gestiegen.
Im April geht es nun weiter. Gespräche mit dem Management, mit Mitarbeitern aus der Produktion, sowie ein gemeinsames Treffen der Mitarbeiter aus Verkauf und Produktion stehen auf dem Programm. Hierdurch sollen die Betroffenen zu Beteiligten gemacht werden. Eine Planungsgruppe wird entstehen, welche die Kernthemen formuliert und die weiteren Schritte des Veränderungsprozesses plant.
Fortsetzung folgt.
marcussplitt
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