Nun ja. Wir unterstellen den Veranstaltern der diesjährigen re:publica sehr gute Intentionen. Schließlich ist das Motto „Shift happens“ und Johnny Häusler hat hierzu einen exzellenten Key Note abgeliefert. Heute Vormittag im Berliner Friedrichstadtpalast. Er hat Lust gemacht, weiter zu denken und diesen kreativen Ansatz weiter zu entwickeln. Stattdessen?
Mit Verlaub. Wir sind enttäuscht und gelangweilt. Denn was so gut anfing, verlor rasant an Fahrt.
Unsere Perspektive:
• Web 2.0 heißt Dialog. Das Format zahlt aus unserer Sicht bisher nicht darauf ein. Panels und Präsentationen sind konventionell. Wir wünschen uns Open Space- und Barcamp-Elemente als Rahmengebung. Das Miteinander-Arbeiten muss deutlich mehr Raum bekommen. Unser belgische Kollege und Außenstehende haben Schwierigkeiten, sich zu vernetzen, weil das Format das Kontakten erschwert.
• Der Friedrichstadtpalast ist groß und stockdunkel. Die Atmosphäre ist eher erdrückend als inspirierend. Kein Wunder, dass viele draußen in der Sonne stehen und Kaffee trinken.
• Die ökonomischen Interessen und die unauthentische Eigenpräsentation von IBM sind nicht attraktiv. Hier spricht die „alte“ Welt. Top-Down und „High-Level“ anstatt Kooperation, Interaktion, Co-Kreation und Kreativität.
Kreativität entsteht an den Rändern. Dort, wo zwischen Themen und Disziplinen Grenzen überschritten werden, müssen Freiräume für den Dialog geschaffen werden. Davon wünschen wir uns mehr.
Wir sind uns bewusst, dass dies der erste Tag der Konferenz war. Allerdings setzt der erste Tag den Akzent. Bisher haben wir noch keinen Shift gesehen.
Maren Hessler, Bert Smits, marcussplitt
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Fand den ersten Tag so lala. Extrem spannend waren John Kellys Visualisierungen der verschiedenen nationalen Blogosphären am Vormittag. Frustrierend war, dass es irgendwie WLAN gab, aber dann auch wieder nicht und dann wieder doch und wieder nicht. Auch waren einige der Diskussionsteilnehmer leider wenig begeistert, sondern eher selber enttäuscht. Ich will aber nicht ENTmutigt, sondern ERmutigt werden. Ich suche Inspiration und nicht Frustration.
Jetzt bin ich auf morgen gespannt und hoffe, mal ein paar Leute persönlich kennenzulernen.
Parallel zu Eurem Blogpost aus Berlin twittert der Berliner Holger Nauheimer von der in San Franzisco stattfindenden Konferenz zu Social Media. Er zitiert den Internet-Guru McAfee:
“hnauheimer “The world changes at a slower pace than a lot of us enthusiasts think it should” (Andrew McAfee, Harvard Business School) #w2e”
Das wird man/frau aushalten müssen.
Da anscheinend die ganze Welt sich zur Zeit auf der re:publica herum treibt, ist das für mich doch ein kleiner Trost nicht viel zu verpassen. Ich wünsche Euch aber dafür heute einen besseren Tag (zur Not eben nur den Kaffee und die Sonne genießen). Herzliche Grüße nach Berlin
Deckt sich weitgehend mit meinen Erfahrungen, allerdings fanden die besten Sessions, der beste Austausch und die beste Kommunikation wie bei allen Veranstaltungen in kleinen Gruppen vor der Tür statt. Shift happens durch Pokens, die auch die Hemschwelle senken sich mit anderen zu unterhalten.
Ein Mensch aus der “alten” Welt, der nicht kooperiert, sondern lieber gemeinsam mit anderen neue Welten entdeckt.
@Thorsten Zoerner/ @blueblog Die IBM-Kritik zielte auf den Beitrag von Adam Christensen am ersten Tag der rp09 ab. Tatsächlich hat er in ein echtes Wespennest gestossen, wie die Fragen und Kommentare des Publikums gezeigt haben. Und auch bei uns hat er das getan. Für uns passt es einfach nicht zusammen, dass erst die Massen mobilisiert werden (was übrigens ein exzellenter Ansatz ist) und nun eine hohe Intransparenz herrscht, was weiter u.a. mit den Basis-Ideen geschieht. Christensen sprach mehrfach von “High-Level-Meetings”, in denen gearbeitet werde. Dies passt nicht zum Thema flache Hierachien und Dialog, was wir als “unauthentische Eigenpräsentation” wahrgenommen haben.
@Maren Hessler/ Jein, denke mal, dass gerade Adam einer derjenigen ist, der versucht, gerade auch die Bürger und Öffentlichkeit in die Diskussion um SmarterCity einzubeziehen. Er hat ja vom Dreieck Business - Government - Citiziens gesprochen. Meine persönliche Meinung: Ja, die Bürgerstimme darf keinesfalls fehlen. Und wir arbeiten dran, dass diese auch noch eingebunden wird.