Wenn ein Wunder in einer Bank geschähe

Kürzlich habe ich einen Workshop in einer schlagzeilenträchtigen Bank durchgeführt. Es ging um die Begleitung eines Veränderungsprozesses in zwei Teams. Hierarchieübergreifend. “Kein Spaß in dem Kontext”, dachte ich. Und sollte recht behalten. Ich traf auf Menschen mit Angst. Purer Existenzangst. Und auf Menschen mit dem festen Willen, trotz der Misere Bewegung in ihr Arbeitsumfeld zu bringen. Hierarchieübergreifend. Das ist eher selten und deswegen umso wertvoller. Wir schauten gemeinsam näher hin. Und recht schnell ging eine Defizitorientierung los, die sich in Deutschland ja höchster Beliebtheit erfreut. Nun gut. Meine Herausforderung: Wie shifte ich die Perspektive der Teilnehmer vom Negativen ins Positive? Mir kam eine Idee. Steve de Shazer sei Dank. Ich stellte die Wunderfrage: „Wenn Sie morgen früh aufwachen würden und ein Wunder geschehen wäre: Wie sähe Ihr aktueller Arbeitsplatz dann aus?“ In nur fünf Minuten hatten die Teilnehmer ein Flip Chart gefüllt. Die Stimmung war schlagartig positiv. Ich atmete tief durch und hatte eine Grundlage für die weitere Begleitung des Workshops. Shift happened.

Maren Hessler

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